Überangebot und Hitze machten Sportfest zu schaffen

„Sport verbindet“ – erhoffter Besucher-Andrang blieb aus


Premiere für Jakob: Der Zehnjährige ließ sich von KCG-Trainer Uwe Königs (l.) die Grundschläge erklären. Der stolze Papa (r.) beobachtete alles staunend vom Ufer aus.
Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

(-wi) Die Stadt Grevenbroich feierte am 17. Juni ihr Kulturen-Fest und wurde damit zu einem Besuchermagneten. Mehr als 60 Vereine und Organisationen waren an dieser Veranstaltung beteiligt. Das „Fest der Kulturen“ füllte die Innenstadt und auch den Bereich rund ums Museum. Die Kombination mit dem Fest „Sport verbindet“, erwies sich allerdings als weniger glücklich. Nur schleppend verirrten sich Besucher im Schlossstadion, um sich von dem umfassenden Info-Angebot, den Mitmach-Aktionen und den unterschiedlichen Vorführungen der 20 Sportvereine begeistern zu lassen. Daran änderte auch der imposante Auftakt von gut 500 Musikschülern im Stadion nichts, die beim Konzert der „SingPause“ und der „JeKids“ von etwa 1000 musikbegeisterten Eltern, Großeltern, Geschwistern und Lehrern gefeiert wurden.


Auftaktkonzert der Kreisjugendmusikschule im Schlossstadion: Gut 500 Kinder wurden von ihren Familien und Freunden gefeiert. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Mit dem letzten Ton und dem Abschluss-Applaus leerte sich das Stadion schlagartig. Und so waren sich am Ende des Tages viele Sportvereinsvertreter einig: „Das Überangebot kombiniert mit den hochsommerlichen Temperaturen hielten viele Besucher von dem zusätzlichen Spaziergang ins Schlossstadion, zum benachbarten TK und zum KCG-Bootshaus ab.“


Kleine Paddeltour mit KCG-Geschäftsführer Jens Reibiger: Martin (7) ist begeistert von der für ihn neuen Sportwart
. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Der Kanu-Klub hatte mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte ein kleines Gartenkaffee am Steg vor dem Bootshaus aufgebaut. „Wir Helfer waren unsere besten Kunden“, scherzte Vereins-Vize Reinhold Runo dann auch nach dem dritten Stück Kuchen. Zufrieden war allerdings KCG-Trainer Uwe Königs, er hatte mit Geschäftsführer Jens Reibiger, SUP-Experte Stefan Rolfes sowie den Brüdern Sebastian und Florian Steinhäuser zum Schnupper-Paddeln geladen. „Wir hatten ausreichend zu tun“, lautete die erfreuliche Bilanz von Uwe Königs. Er sprach von „garantiert 50 Teilnehmern aller Altersklassen“. Während sich die Jüngsten im Vierer-Kanadier auf dem stillen Erft-Arm bis zum Schwimmbad paddeln ließen, versuchten viele die unterschiedlichen Bootstypen aus, auch wenn der eine oder andere dabei direkte Bekanntschaft mit dem feuchten Nass machte.


Garten-Café am Bootshaus: Die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte unterstützte den KCG mit Sitzgarnituren.
Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Im Grundsatz begrüßt Ruth Wiedner-Runo, die mit ihrem Mann Fred federführend die Organisation für den KCG übernommen hatte, die Idee von „Sport verbindet“: „Wir als Kanu-Club Grevenbroich sind aber nur noch dabei, wenn sich die Wirtschaftsförderung als Veranstalter auf ein Thema konzentriert.“ Und auch KCG-Schatzmeisterin Andrea Huhnstock ist überzeugt davon: „Wenn das ,Fest der Kulturen‘ und ,Sport verbindet‘ im jährlichen Wechsel stattfinden würde, ist ein Erfolg garantiert.“


Sie waren bei „Sport verbindet“ im Einsatz: Ehrenamtler vom Kanu-Club Grevenbroich.
Foto: Verein/Reinhold Runo

Er hätte sich am Bootshaus ein paar mehr Besucher gewünscht: Vereins-Vize Reinhold Runo (l.) mit Tochter Katrin. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Probesitzen im Kajak: Linn (2) war ganz fasziniert.
Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Schnupper-Paddeln in den Ferien

Der Kanu-Club bietet drei Termine für Schüler an

Für Jakob steht schon jetzt fest: „Beim Schnupper-Paddeln bin ich dabei.“ Der Zehnjährige feierte bereits am Wochenende mit KCG-Trainer Uwe Königs seine erfolgreiche Premiere. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo


(-wi) Pünktlich zum Ferienbeginn startet die Stadt Grevenbroich auch in diesem Jahr wieder mit einem umfassenden Freizeitangebot in die Monate Juni, Juli und August. 30 Vereine und Organisationen versprechen Kindern und Jugendlichen Abwechslung, Abenteuer pur und Spaß satt in den Schulferien – und das alles vor ihrer Haustüre. Mit dabei ist zum wiederholten Male auch der Kanu-Club Grevenbroich. Er will Mädchen und Jungen Lust aufs Paddeln machen. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich direkt unter andrea@erftkanu.de anmelden. Das Schnupper-Paddeln findet an drei Samstag, jeweils von 15 bis 18 Uhr statt. Uwe Königs, Jens Reibiger und Stefan Rolfes warten dann am Bootshaus (gegenüber der Spielspinne) auf die Teilnehmer. Gepaddelt wird am 24. Juni, 29. Juli und am 5. August auf der Erft oberhalb des Kanals. Eine Gebühr wir nicht erhoben. Helm, Schwimmweste, Boot und Paddel werden vom Verein gestellt. Voraussetzung ist, die Teilnehmer müssen mindestens im Besitz des silbernen Schwimmabzeichens sein. Sportliche Kleidung wird empfohlen. Wechselwäsche und ein Handtuch sollte jeder zum Schnupper-Paddeln mitbringen.

Schnupper-Paddeln und Kaffee-Kuchen-Tafel

Fest der Kulturen: Der Kanu-Club ist am 17. Juni mit dabei

(-wi) Wenn die Stadt Grevenbroich am 17. Juni zum „Fest der Kulturen“ bittet, sind auch 15 Sportvereine mit von der Partie. Während sich 35 Verbände und Organisationen mit Ständen in der Fußgängerzone präsentieren, wollen die Sportler ihr Potenzial auf das Schlossstadion, den angrenzenden Tennisclub und das benachbarte Bootshaus konzentrieren. Ihr Motto: „Sport verbindet“.

Paddel-Spaß auf der Erft: KCG-Sportler treffen sich zum traditionellen Saisonausklang im Oktober 2022. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

„Wir wollen mit Schnupper-Angeboten, SUP-Vorführungen und der Vorstellung der einzelnen Bootstypen Lust aufs Paddeln machen“, sagt KCG-Vorsitzender Karl-Peter Reinders. Er gehörte, wie sein Stellvertreter Reinhold Runo, Mitte/Ende der 1970/80er Jahre zu den Leistungsträgern des Kanu-Clubs. Standen früher Wettkämpfe, Bestleistungen und Titelgewinne im Blickpunkt, genießt Reinders heute die Natur vom Boot aus als eine „besondere Art von Freiheit“.

Der Kanu-Club Grevenbroich besteht seit nunmehr 70 Jahren. Er gehört zweifelsfrei zu einem der erfolgreichsten Vereine im Stadtgebiet. Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister konnten über mehrere Jahrzehnte hinweg regelmäßig im KCG-Bootshaus beglückwünscht werden. Gerne erinnern sich die Wassersportler auch an die Olympischen Spiele 1972. Reinhold Kauder und Otto Schumacher/Willi Baues kehrten als Silbermedaillen-Gewinner vom Augsburger Eiskanal in die Schlossstadt zurück. „Heute steht mehr der Breiten- und Wandersport im Mittelpunkt“, skizziert Reinders das aktuelle Angebot.

Wer Lust hat, den Kanu-Club als Verein kennenzulernen, ist am 17. Juni von 11 bis 17 Uhr am Bootshaus (hinterm Schlossstadion) herzlich willkommen. Zudem erwartet die Besucher eine Bücher-Börse und eine lange Kaffee-Kuchen-Tafel. Doch damit nicht genug: Drei neue Vereinsmitglieder lautete die Vorjahresbilanz. „Das Ergebnis würden wir dieses Mal gerne noch übertreffen“, spricht Reinders dann auch offen die Zielvorgabe der Ehrenamtler an.

Umbau der Bootsliegeplätze hat begonnen

Früher war der Slalom-Einer vier Meter lang und dreißig Zentimeter hoch, Abfahrtsboote waren bis zu sechzig Zentimeter hoch und viereinhalb Meter lang. Mehr Bootstypen gab es bei uns in der Bootshalle nicht. Die exotischeren Maße waren nur bei den Wanderfahrern zu finden.
Die Boote haben sich im Laufe der Zeit geändert, so dass sie kaum noch auf die alten Liegeplätze passen. Sie sind zu lang, zu hoch, zu kurz, zu dick. Darum wird jetzt kräftig umgebaut…

Das eine oder andere Boot wird nicht mehr auf seinem alten und angestammten Platz zu finden sein, denn den gibt es jetzt vielleicht nicht mehr – dafür aber einen anderen.

Mehr als 85.000 Euro für 88 Grevenbroicher Vereine

Auch der Kanu-Club profitiert mit 750 Euro vom PS-Sparen

Spendenzusage und Glückwünsche für den Kanu-Club: Sparkassen-Vorstandsvertreterin Sonja Jansen (Mitte) mit dem Vize-Vorsitzenden Reinhold Runo und der KCG-Schatzmeisterin Andrea Huhnstock. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

(-wi) 88 Vereine und gemeinnützige Einrichtungen aus dem Grevenbroicher Stadtgebiet konnten sich jetzt über eine Spendensumme von 85.500 Euro freuen. Auch der Kanu-Club Grevenbroich kam in den Genuss eines Spendenschecks über 750 Euro.
Einmal im Jahr bittet die Sparkasse Neuss engagierte Ehrenamtler zu einer Feierstunde, um den Ertrag aus dem PS-Sparen weiterzugeben. Nach einer dreijährigen, Pandemie-bedingten Pause war die Freude umso größer, 100 Vereinsvertreter im neugestalteten Sparkassen-Foyer an der Karl-Oberbach-Straße persönlich begrüßen zu können.
Vorstandsvertreter Hans-Joachim Krömer rückte in seiner Ansprache dann auch das Ehrenamt und deren Wertschätzung in den Mittelpunkt: „Mit den Vereinszuwendungen möchten wir ihnen allen von Herzen Danke sagen. Ohne ihr ehrenamtliches Engagement würden viele dieser Vereine nicht mehr existieren.“ Auch seine Stellvertreterin Sonja Jansen stimmte in diese Lobeshymne ein: „Jeder Ehrenamtler tut etwas Gutes, leistet einen unschätzbaren Beitrag und macht unsere Welt, die nicht immer positiv geprägt ist, etwas besser.“ Sie sprach von einem Einsatz, von dem wir alle als Gesellschaft profitierten: „Ohne die Anstrengung der vielen Freiwilligen, wäre unser tägliches Leben um ein Vielfaches ärmer.“
Lob und Anerkennung gab es auch von Dr. Peter Cremerius, der als Vize-Bürgermeister die Grüße von Rat und Verwaltung überbrachte. Er zeigte sich erstaunt über die Vielfalt der Vereinsarbeit. „Ohne Sie würde in der Stadt vieles nicht funktionieren“, betonte er mit Nachdruck. „Sie machen durch ihren Einsatz das Leben in Grevenbroich erst lebenswert“, sprach Cremerius dann auch die Vereinsvertreter direkt an.

KCG-Paddler eröffnen die Saison

Kanu-Familie wächst – traditionelles Anpaddeln mit 44 Teilnehmern

(-wi) Pünktlich zum Frühlingsbeginn starten die Grevenbroicher Kanuten in die Freiluftsaison. Waren es zum Frühjahrsputz noch 14 Mitglieder, die der Einladung von KCG-Chef Karl-Peter Reinders in der Vorwoche gefolgt waren, tummelten sich zum traditionellen Saisonauftakt nun 44 Paddler am Bootshaus.

Laden am Bootshaus: KCG-Geschäftsführer Jens Reibiger (links) erklärt, was zu tun ist.
Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Während 28 Aktive die Abfahrt von Bedburg nach Grevenbroich mit Kajaks und Wander-Kanadiern zurücklegten, waren auch fünf Aktive entlang der Erft-Route mit dem Fahrrad unterwegs. Zum Kaffee-Kuchen-Ausklang am Bootshaus zählte Vize-Vorsitzender Reinhold Runo dann sogar 44 Teilnehmer: „Eine stattliche Zahl, die an frühere Zeiten erinnert.“

Warten aufs Einbooten: Als Gäste erstmals mit dabei, die Landtagsabgeordnete Heike Troles (links) und Ehemann Wolfgang. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Während Altmeister Walter Gehlen (82) dieses Mal die Strecke mit dem Rad absolvierte, zählten Aiman (5) und Noah (7) zu den Jüngsten im Reigen der Kanu-Familie. Sie hatten im Zehner-Kanadier mit Papa Salih Acar – ausgestattet mit Helm und Schwimmweste – Platz bezogen. Sichtlich begeistert ließen sich die Kids von Slava Sept und Steuermann Jens Reibiger die 13 Kilometer lange Strecke bis zum Bootshaus hinunterpaddeln.

Paddel-Spaß auf der Erft: Anpaddeln mit 28 Aktiven von Bedburg bis Grevenbroich.
Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Im Herbst war im „Zehner“ noch Bürgermeister Klaus Krützen mit von der Partie gewesen. Jetzt konnte KCG-Vorsitzender Karl-Peter Reinders die Landtagsabgeordnete Heike Troles mit Ehemann Wolfgang als Gäste begrüßen. Für beide war es eine Premiere, die sie mit Bravour meisterten. Im sportlichen Outfit wurde nicht nur emsig gepaddelt, sie waren auch für eine heftige Schauer mit Regenjacken bestens gerüstet. Auch KCG-Trainer Uwe Königs war mit dem Einsatz der sechs Nachwuchspaddler mehr als zufrieden. Sie legten die Strecke in Slalom-Kajaks zurück. „Sie sind alle super durchgefahren“, lobte Königs dann auch den Einsatz seiner Schützlinge.

Erst paddeln, dann schlemmen: Ausklang mit Kaffee-Kuchen-Tafel am Bootshaus. Foto: Verein/ Ruth Wiedner-Runo

Heike Troles zeigte sich nach der fast zweistündigen Abfahrt begeistert. „Es hat riesigen Spaß gemacht, auf diese Weise die neue Erft zu erkunden,“ sprach sie Teile der Renaturierung an. Das sind Eindrücke, die man als Spaziergänger nie machen könne. Überhaupt zeigte sich dieLandtagsabgeordnete von dem Engagement und dem Zusammenhalt der KCGler beeindruckt: „Hier wird Ehrenamt generationsübergreifend gelebt und mit viel Herzblut umgesetzt“, galt ihr Lob den Verantwortlichen. Damit verband sie auch ein dickes Dankeschön an alle freiwilligen Helfer in den Grevenbroicher Vereinen. „Ehrenamt ist für mich keine Selbstverständlichkeit“, betonte Heike Troles mit Nachdruck und versprach zeitgleich: „Vereine, wie den Kanu-Club, die sich einbringen, etwas bewegen, die unterstütze ich gerne.“

Warten auf die Aktiven (von links): Gerd Bartschat, Reinhold Runo und Klaus Müller. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Kanuten beteiligen sich am Frühjahrsputz

Mitglieder säubern Uferböschung von Eisenbahnbrücke bis zur Feuerwache

(-wi) Wenn die Stadt Grevenbroich zum traditionellen Frühjahrsputz aufruft, lassen sich die Mitglieder vom Kanu-Club Grevenbroich (KCG) nicht lange bitten. Sie sind seit Jahren regelmäßig dabei. Dass sich ihr Einsatz immer wieder lohnt, zeigt einmal mehr die traurige Ausbeute von neun vollen Müllsäcken. „Es ist schon erstaunlich, was die Menschen bei ihren Spaziergängen entlang der Erft alles achtlos in die Uferböschung oder sogar ins Wasser werfen“, erklärt KCG-Vorsitzender Karl-Peter Reinders. Und so fanden bei der Aufräum-Aktion zwischen Eisenbahnbrücke und Alter Feuerwache auch dieses Mal wieder weggeworfene Verpackungen wie Papierfetzen, Kartons, Plastiktüten oder zertretene Getränkedosen, gebrauchte Hygieneartikel und Glasscherben den Weg in die Müllsäcke. Neben leeren Getränkeflaschen aus Glas und aus Plastik gehörten dieses Mal ein alter Gartenschlauch und eine Handvoll Glasbausteine zu den auffälligsten Fundstücken der 14 Helfer.

Der Kanu-Club nutzte zeitgleich den Termin, um die Bootshalle auszufegen und den Vorplatz zu kehren. Schließlich starten die Kanusportler an diesem Samstag (18. März) mit dem traditionellen Anpaddeln von Bedburg nach Grevenbroich offiziell in die Freiluftsaison. Die Aktiven treffen sich zum Laden um 12 Uhr am Bootshaus.

Insgesamt schwärmten bei der stadtweiten Sauber-Mach-Aktion mehr als 70 Gruppen aus, um den achtlos weggeworfenen Unrat aufzusammeln. Ralf Dietrich, Leiter des Umweltzentrums Schneckenhaus, gab als Cheforganisator die Teilnehmerzahl mit insgesamt 2436 Grevenbroichern an, die innerhalb von zwei Tagen gut 70 Kubikmeter Müll anhäuften.

Müllsammeln auf der Erft und im Bend

Rolfes motiviert Paddler und Spaziergänger zum Mitmachen

(-wi) Seit Jahren ruft die Stadt Grevenbroich immer Anfang März zum stadtweiten Frühjahrsputz auf. Sie mobilisiert jedes Mal mehr als 1500 Ehrenamtler, die gedankenlos weggeworfene Verpackungen wie Plastiktüten, zertretene Dosen, Papierfetzen, gebrauchte Hygieneartikel und leere Flaschen sammeln. Bei der Sauber-Mach-Aktion ist auch der Kanu-Club Grevenbroich jedes Mal mit von der Partie. Doch einmal im Jahr aktiv zu werden, ist Stefan Rolfes zu wenig. Er hat sich jetzt eine Mülltüte mit ins Boot gelegt, um auf seinen Trainingstouren von
Grevenbroich bis zur Gustorfer Wassermühle Plastik und andere Abfälle aus dem Wasser zu fischen. „Die Erft ist doch wie unser Wohnzimmer, da dürfen wir als Aktive nicht einfach wegsehen. Wir müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen.“
Für die, die keine Mülltüte zur Hand haben, hat Rolfes eigens welche im Bootshaus deponiert.

Stefan Rolfes hat im Vereinskollegen Dieter Urbanski schon einen
Mitstreiter gefunden: Die beiden Paddler zeigen die Ausbeute bei „Müll-
Tour 3“ vom Wochenende. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Und dass sich so ein Einsatz lohnt, zeigt seine traurige Ausbeute von zwei Fahrten: Glas- und Plastikflaschen führen dabei die Negativliste an, gefolgt von Dosen, Plastik- und Papierfetzen. „All das gehört dort nicht hin“, sagt Rolfes entschieden und hofft auf viele Nachahmer. „Alles, was wir an Plastik und anderen Abfällen aus unserer Erft aufsammeln, landet auch nicht mehr in der Nordsee.“

Müll aus der Erft: Die traurige Ausbeute von zwei Trainingsfahrten. Fotos
(2): Verein/Stefan Rolfes


Der Kajak-Fahrer geht noch einen Schritt weiter: „Es gibt schon viele Spaziergänger, die beim Spazieren Müll vom Wegesrand mitnehmen. Wenn es noch mehr werden, wird unser Erholungsgebiet Erft-Bend um ein Vielfaches sauberer.“ Sein Appell: „Also: Macht doch einfach mit!“

Bootshaus-Sanierung erfolgreich abgeschlossen

KCG-Vorsitzender Reinders zieht eine positive Jahresbilanz

(-wi) Die Bootshaus-Sanierung ist weitestgehend abgeschlossen. Ein Kraftakt, auf den der KCG-Vorsitzende Karl-Peter Reinders mit Stolz zurückblickt. Zwei Jahre haben die vielfältigen Arbeiten gedauert. Sie reichten von der Dacherneuerung über einen kompletten Außenanstrich, dem Austausch der Fenster bis hin zur Erneuerung der Sanitäranlagen. Der neue Bootssteg, oberhalb des Kanals, ist noch in Arbeit.

Eine gute Nachricht, über die sich auch die Mitglieder anlässlich der Jahreshauptversammlung des Kanu-Clubs Grevenbroich freuten. Reinders, bei dem die organisatorischen Fäden dieser Mammutaufgabe maßgeblich zusammenliefen, wurde mit einem donnernden Beifall bedacht. Dem KCG-Vorsitzenden war es aber auch ein Anliegen, sich bei den vielen Ehrenamtler zu bedanken: „Ohne Euch wäre diese Maßnahme mit der enormen Eigenleistung im Wert von mehr als 30.000 Euro nicht zu stemmen gewesen. Es ist für ein funktionierendes Vereinsleben immens wichtig, dass wir als Vorstand auf unsere Mitglieder bauen können.“

Blick auf das Bootshaus: Mit Landesmitteln war es dem Kanu-Club Grevenbroich möglich, sein Domizil zu sanieren. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Die dringend erforderliche Bootshaus-Sanierung wurde nur möglich durch das Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“. „Wir haben die Gelegenheit genutzt, und Landesmittel von 122.000 Euro beantragt“, teilte er der Versammlung mit. Von dem Zuschuss für die Bootshaus-Sanierung seien aber aufgrund der Antragsflut lediglich 49.600 Euro in Grevenbroich angekommen, so dass der Verein gut die Hälfte der Kosten aus den Vereinsrücklagen finanzieren musste.

Bestens im Thema war auch Kassiererin Andrea Huhnstock. Ihr zollte Reinders für die viele Mehrarbeit „höchsten Respekt und Anerkennung“. Dem schlossen sich Kassenprüfer Sebastian Steinhäuser und Anne Königs einhellig an.

Während der KCG-Chef in seinem Jahresrückblick an die Traditionsveranstaltungen An- und Abpaddeln erinnerte, lobte der 66-Jährige auch den gut besuchten Adventsbasar im Bootshaus und das vielbeachtete Lichter-Paddeln, das vor zwei Jahren pandemiebedingt die vereinseigene Nikolausfeier ablöste.

Aber auch der Blick ins neue Jahr ist vielversprechend: Neben geplanten Flyer-Aktionen an den Schulen zur Mitgliederwerbung wollen KCG-Trainer Uwe Königs und Geschäftsführer Jens Reibiger für den Kanu-Nachwuchs ein verlängertes Paddel-Wochenende organisieren. Mit dabei ist der KCG auch wieder beim Fest der Kulturen, dieses Mal am 17. Juni. Dass Stadt und Stadtsportbund die Großveranstaltung auf verschiedene Standorte verteilen wollen, unter anderem auch auf das Schlossstadion und die Freifläche am Bootshaus, freut die Aktiven besonders. Der Kanu-Club will sich dann unter anderem mit „Schnupper-Paddel-Angeboten“ einbringen. Die Termine für den Advents-Basar (25. November) und für das Lichter-Paddeln (9. Dezember) stehen bereits fest. Doch zuvor starten die Kanuten erst einmal offiziell mit dem traditionellen Anpaddeln am 18. März in die neue Saison 2023.

Geschmückte Boote starten zur Lichterfahrt

50 KCG-Mitglieder kommen zum „Weihnachts-Paddeln“ mit Lagerfeuer.

Weihnachts-Paddeln auf der Erft: In festlich geschmückten Booten ging es für die Paddler des Kanu-Clubs vom Vereinsheim bis zur Neuenhausener Brücke. Foto: Verein/ Ruth Wiedner-Runo

(-wi) Es war knacke-kalt, die Erft dampfte und bunte Lichter blinkten und blitzten über die Wasseroberfläche. Während sich die einen aufs Paddeln konzentrierten, wurde der „Zehner“ mit Nikolaus Jens Reibiger zum „singenden Weihnachtsboot“.

Nikoläuse tauschen Schlitten gegen Paddelboote (v.l.): Jens Reibiger und Ralf Klougt. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Der Kanu-Club Grevenbroich hatte zum „Weihnachts-Paddeln“ geladen und gut 50 Mitglieder waren ans Bootshaus geeilt, um am Samstagabend (10. Dezember) Kajaks, Kanadier, Wanderboote und ein SUP (Stehboard) mit Lichterketten, Weihnachtskugeln, Tannenzweigen und Rentieren zu schmücken.

Lichterfahrt statt Nikolausfeier im Bootshaus. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Bestens gelaunt und voller Vorfreude auf die rund 90-minütige Tour wurden die Boote zum Erft-Arm oberhalb der Wildwasserstrecke getragen. Im Dunkeln wurden die Boote dann zu Wasser gelassen – und los ging’s: Während sich die einen ganz aufs Paddeln konzentrierten, wurde der „Zehner“ zum „singenden Weihnachtsboot“. Uschi und Jens Reibiger steuerten den Wanderkanadier gekonnt zunächst am Schwimmbad vorbei bis zur Mühle Kamper, später nahmen sie dann Kurs auf die Neuenhausener Brücke.

Vorbereitungen bei Familie Teichmann: Mama Andrea schmückt Mattes (4) mit einer Lichterkette. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Jonas Teichmann reihte sich in den Tross von 13 Booten ein. Der elfjährige Nachwuchs-Paddler durfte bereits allein im Kajak mitfahren. Seine Mutter Andrea und seine Geschwister Mattes (4), Robin (8) und Miriam (9) hatten hingegen im „Zehner“ Platz bezogen. Mit Schwimmwesten und Lichterketten ausstaffiert, stimmten sie beherzt das eine oder andere Weihnachtslied an. Da sie alle nicht ganz textsicher waren, gab Mattes als Jüngster den Ton an. In der Kita hatte er seit Monatsbeginn das Kinderlied „In der Weihnachtsbäckerei“ eingeübt, und so schallte der Weihnachtshit von Rolf Zuckowski als Endlosschleife über die Erft.

Startklar: Stefan Rolfes geht mit seinem Board (SUP) auf die Erft. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

„Alle waren total begeistert“, zog Trainer Uwe Königs am Bootshaus zurück eine euphorische Zwischenbilanz. Aber auch das Lagerfeuer sorgte nicht nur für wohlige Wärme, sondern auch für eine unvergessliche Stimmung. Es gab Kinderpunsch und Glühwein. Und KCG-Vorsitzender Karl-Peter Reinders profilierte sich einmal mehr als perfekter Reibekuchen-Bäcker.

Nikoläuse unter sich (v.l.): Uwe Königs und Ralf Klougt. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo

Die Lichterfahrt fand erstmals im Vorjahr statt und löste damit pandemiebedingt die traditionelle Nikolausfeier im Bootshaus ab. „Daran halten wir auch künftig fest“, merkte Reinders zufrieden an. Während er bei der Premiere 30 Aktive zählte, kam er dieses Mal schon auf 50 Mitglieder. „Mit dieser Resonanz habe ich wirklich nicht gerechnet“, so Reinders weiter. „Das zeigt einfach, wir haben alles richtig gemacht.“

„Weihnachts-Paddeln“: Selbst ein Rentier war mit von der Partie. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo
Auch dafür war ausreichend Zeit: Ein Plausch in der Bootshalle – Horst Matzen, Klaus Müller und Fred Runo (von links). Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo
Wie immer im Einsatz: Vereins-Chef Karl-Peter Reinders, dieses Mal als Reibekuchen-Bäcker. Foto: Verein/Ruth Wiedner-Runo