Bürgermeister Hoer zur Übergabe der Kläranlagen

NGZ, 08.11.2000

"Meilenstein für Stadtenwicklung"

Von Wiljo Piel

Mit einem kleinen Festakt wurde Mittwoch der Ausbau und die Sanierung der Kläranlagen in Wevelinghoven und Noithausen gefeiert. Rund 51,7 Millionen Mark investierte der Erftverband in diese beiden Projekte. Die Anlagen wurden insgesamt auf 124.000 Einwohner-Werte (inklusive Industrie) ausgelegt und berücksichtigen damit auch die Zukunft Grevenbroichs. Bürgermeister Theo Hoer bezeichnete dies als einen "Meilenstein für die Stadtentwicklung".

Zwar ist die Wevelinghovener Kläranlage schon seit zwei Jahren in Betrieb, doch der Erftverband nutzte gestern die Fertigstellung des Noithausener Projekts für eine Übergabe "in einem Aufwasch". Vorstand Jens Christian Rothe erinnerte vor geladenen Gästen an den Spatenstich in Wevelinghoven, der vor nunmehr sechs Jahren erfolgte. Damals betrieb der Verband noch drei Kläranlagen im Stadtgebiet, die allerdings den Anforderungen der Bezirksregierung nicht mehr genügten.

Es wurde eine grundlegende Sanierung fällig, in deren Verlauf die Kläranlage Hülchrath stillgelegt und an die Wevelinghovener angeschlossen wurde. Die Bauarbeiten hätten sich dort relativ schwierig gestaltet, erklärte Rothe. Denn die Anlage liegt im Landschaftsschutzgebiet Erftaue: "Dies legte uns besondere Pflichten auf, die Eingriffe in Natur und Landschaft möglichst gering zu halten." Zum Ende des Jahres 1998 wurde der Bau der auf 27.000 Einwohner ausgelegten Anlage abgeschlossen.

Für Jens Christian Rothe erfreulich: "Die Kosten lagen mit 27,2 Millionen unter dem ursprünglich kalkulierten Betrag von über 40 Millionen Mark." Unter anderem die Folge eines deutlichen Preisverfalls während der Bauzeit. Die Noithausener Kläranlage wurde ursprünglich 1977 "auf der grünen Wiese" von der Stadt errichtet, etwa zehn Jahre wurde sie vom Erftverband übernommen. Eigentlich sollten die Sanierung und der Umbau für 97.000 Einwohner-Werte erst in diesem Jahr beginnen. Doch: "Wir hatten aber die in den vergangenen Jahren niedrigen Baukosten zum Anlass genommen, die Bauarbeiten vorzuziehen."

Ein Schachzug, der wie kalkuliert aufging: "Die Kosten haben den erwarteten Rahmen nicht überstiegen. Sie liegen sogar mit 24,5 Millionen Mark wesentlich niedriger als veranschlagt", so Rothe. Dies werde sich bei der Umlage der Kosten auf den Abwasserpreis für die betroffenen Bürger entsprechend kostenmindernd auswirken. Alle vorhandenen Bauwerke wurden weitgehend in die neue Anlage eingebunden. Lediglich der Sandfang und das Regenüberlauf-Becken konnten nicht verwendet werden. Das Pumpwerk wurde vergrößert, die Rechen arbeiten nun noch feiner. Ein Neubau sorgt dafür, dass Sand und Fett noch wirksamer in einer frühen Stufe der Klärung abgefangen werden Können. Eines der beiden Vorklärbecken wurde so ertüchtigt, dass es in der Lage ist Phosphor zu eliminieren, wie es der Gesetzgeber vorschreibt. Eine neue Einheit von Belebungsbecken hat die Aufgabe, wirksam Kohlenstoff und Stickstoff abzubauen.

Für Grevenbroich sei diese Maßnahme wichtig gewesen, bemerkte Bürgermeister Theo Hoer. Denn der Erftverband habe die Entwicklung der Stadt berücksichtigt: "Bis 2015 können wir nicht mehr überrascht werden."